Buchhinweis im
Februar
2014
Küche, Kirche, Kochgenüsse
Josef Imbach echter-Verlag
Auf ein Kochbuch hinweisen? Gibt’s davon nicht schon genug? Tatsächlich man begegnet ihnen überall, ungewollt. Etwas ganz Spezielles aber ist "mein" Kochbuch, nämlich das des Franziskanerpaters Josef Imbach.
Seine biographischen Daten vorweg:
Nach dem Studium der Theologie und Philosophie übernahm er bis 1975 ein Vikariat in Therwil und einen Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät in Luzern. Von 1975 bis 2002 war er Professor für Fundamentaltheologie in Rom. 2002 traf ihn der Bannstrahl des weltweiten Lehrverbots für alle katholisch-theologischen Fakultäten. Josef Imbach lebt in der Nähe von Basel, wo er an der evangelischen Fakultät der Universität Basel von 2005 bis 2010 eine Lehrauftrag für katholische Theologie wahrnahm. Heute unterrichtet er an der Seniorenuniversität in Luzern und ist in Erwachsenenbildung und in Seelsorge tätig.
Neben vielen theologischen Werken hat der Franziskanerpater Imbach auch Kochbücher geschrieben. Eigentlich sind es Erzähl-Kochbücher. Dass ein Theologe sich mit Kochen und Küche beschäftigt, ist schon eher ungewöhnlich. Zwar gibt es durchaus biblische Schilderungen von Gast- und Hochzeitsmählern; ja selbst das Gottesreich wird mit einem Hochzeitsmahl verglichen.
Josef Imbach hat sich seine Küchenpraxis der Not gehorchend als Autodidakt angeeignet, als er als Aushilfsgeistlicher in einer Baselländer Gemeinde Ferienablösungen machte. Denn er war und ist der Meinung, dass der Mensch nicht lebt, um zu essen, wohl aber essen muss, um zu leben. So hat er versucht, seine Phantasie nicht nur in der Kirche, sondern ebenso in der Küche zu entfalten. Weil zu seiner Freizeitlektüre Kochbücher gehören, wurde aus ihm der schreibende Sachverständige für Kochgenüsse.
In sieben Kapiteln mit Besinnungen, Anregungen und Anstupsern werden Köche und Gäste eingeladen, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Zwischen den Rezepten sind Erinnerungen an die Küche der Mutter und Mitteilungen von Freunden und Bekannten eingestreut. Wie selbstverständlich berichtet Imbach von kirchlichen Bräuchen, den kulinarischen Vorlieben von Heiligen und weniger Heiligen. Er kennt auch die Küche der Armen, die mit dem Wenigen, was man dort vorfindet, viel Leckeres auf den Tisch zu zaubern weiss. Nicht verwunderlich ist in Imbachs Buch die „Italianità“. Denn in Italien hat er die Einfachheit und die Finessen der mediterranen Küche kennen und lieben gelernt. So praktiziert er im Text das, was die Italiener beim Essen am liebsten tun: über das Essen sprechen.
Kochbücher können dann zur Lieblingslektüre werden, wenn sie unterhalten und ausgestattet sind mit Details und all dem Drumherum, das es in einer Küche gibt.
Imbachs Buch eignet sich als Geschenk für alle, die gern kochen und feines wie auch einfaches Essen zu würdigen wissen. Es ist eine Bereicherung für die private Kochbuchsammlung. Ein Neuzugang dieser Art steht ihr gut an.
Darauf wette ich.